
Warum verlernen wir oft die Grundfunktionen wie Atmen, Schlucken und Kauen?
KAUEN:
Immer mehr Kinder ernähren sich heutzutage von weichem, verarbeitetem Essen.
Der Anreiz der Kiefer für Wachstum bleibt somit aus. Die Folge sind zu schmale Kiefer, in denen die Zähne kaum Platz haben und es somit zu Zahnfehlstellungen oder Atemproblemen kommt.
Zudem verläuft das Mittelgesichtswachstum weniger ausgeprägt.
Oft tendiert man auch dazu, nur auf einer bestimmten Seite zu kauen, was Einfluss auf Gehirn, Gebiss, Kiefergelenk, Gesicht und auch auf den Rest des Körpers haben kann.
ATMUNG:
Neben der falschen Ernährung kann auch Mundatmung oft zu einem schmalen oder sogar „gotischen“ Gaumen führen.
Bei offenem Mund liegt die Zunge unten anstatt oben am Gaumen hinter den Frontzähnen. Der wichtige Unterdruck, der den Gaumen zum Breitenwachstum anregt, fehlt. Dasselbe passiert beim Tragen eines Schnullers, der zwar durch Stimulation dieses Akupressurpunkts zur Entspannung führt, aber keinen notwendigen Unterdruck auslösen kann. Es wird letztendlich zur Gewohnheit, die Zunge unten zu positionieren und die Muskulatur wird nicht mehr trainiert.
Diese Gewohnheit kann auch durch blockierte Nasenatmung entstehen.
Mundatmung kann verschiedene Ursachen haben. Manchmal steckt auch ein verkürztes Zungenband dahinter.
Folgen von Mundatmung:
– Kariesrisiko erhöht
– trockene Schleimhäute
– Polypen/ vergrößerte Rachenmandeln
– häufige HNO Infekte
– Stress
– Konzentrations-/ Lernprobleme
– geringere Leistung beim Sport
– eng stehende Zähne/ Platzmangel
– Verengung der Atemwege
– Mittelgesicht eher schmal und länglich entwickelt
– Knirschen
– Schnarchen
– Schlaf nicht erholsam
– Kopfschmerzen
– Verspannungen im Kiefer/ Nacken/ Schulter
– falsches Schluckmuster
– Sprachfehler
SCHLUCKEN:
Wir schlucken ca. 2000 mal am Tag.
Also ca 70-80 mal in der Stunde.
Die Zunge hat viel Kraft.
Und das merkt man besonders, wenn man ein falsches Schluckmuster hat, bei dem die Zunge gegen oder sogar durch die Frontzähne drückt anstatt nach oben an den Gaumen. So kann es dadurch u.a. zu einem offenen Biss kommen.